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Zahlreiche Gäste beim Neujahrsempfang der Gemeinde Badenweiler

„Mutig ins Neue Jahr!“

Ein auf allen Stockwerken gut besuchtes Kurhausfoyer bildete die Kulisse für den Neujahrsempfang der Gemeinde zu dem Bürgermeister Karl-Eugen Engler am vergangenen Sonntag die Bevölkerung eingeladen hatte. Neben fast 400 Anwesenden konnte er als besonderen Ehrengast zum Anfang des 60. Jubiläumsjahres der Städtepartnerschaft Vittel-Badenweiler die Partnerschaftsbeauftragte Vittels, Frau Anne-Marie Messerlin, willkommen heißen. In diesem Zusammenhang dankte er dem ersten Bürgermeisterstellvertreter Hans-Dieter Paul für dessen großes Engagement bei der Vorbereitung der anstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten bzw. Begegnungen.  Namentlich begrüßte der Bürgermeister auch Kompaniechef Yves Bullen und Hauptmann Florian Roch, beide beim deutsch-französischen Versorgungsbataillons der Robert-Schuhmann-Kaserne in Müllheim. Vittel und Badenweiler pflegen seit 2002 eine Patenschaft zur II. Kompanie des Bataillons. Einen herzlichen Willkommensgruß richtete Karl-Eugen Engler an Herrn Alexander Horr, seit Jahresbeginn neuer Geschäftsführer der Badenweiler Thermen & Toursitik GmbH.

Dann widmete sich der Bürgermeister all jenen, die sich bei den Vereinen, Kirchen, der Gemeinde oder sozialen Organisationen das Jahr über ehrenamtlich eingebracht haben.  Lobend erwähnte er Familie Schneider, die in ihrem ehrenamtlich geführten Schulmuseum im zurückliegenden Jahr rund 5000 Besucher zählten, den Kurparkverein wie auch die Deutsche Tschechow Gesellschaft. Ein besonderer Dank sprach er dem Personenkreis aus, der sich in der Flüchtlingshilfe tatkräftig engagierten, sowie den zahlreichen Spenderinnen und Spendern, die mit einem Beitrag die Sozialstiftung Badenweiler, die Flüchtlingsarbeit oder andere kommunale Projekte bedacht haben.

Das Jahr 2016 produzierte ungewöhnlich viele Schreckensnachrichten, so Bürgermeister Engler in seiner Ansprache. Jeder hat die Bilder aus Aleppo, vom Krieg in Syrien, dem Terror in Istanbul, Berlin, Nizza, Brüssel vor Augen. Es ist schrecklich zu sehen, welche Gräueltaten, Not und unsägliches Elend die Menschen erleiden müssen. Die Geschehnisse belasten und gerne würde er oft die Tagesschau, die bald mir jedem Horrorfilm mithalten könne, am liebsten abschalten. Das reale Leben lässt es aber nicht zu, einfach abzuschalten oder schnell in ein anderes, „angenehmeres“ Programm umzuschalten, so Karl-Eugen Engler. 

Den Blick auf Deutschland gerichtet, bewerten nach der jüngsten Studie des Instituts für Demoskopie in Allensbach die meisten Bürgerinnen und Bürger ihre wirtschaftliche Lage als positiv, wenn auch der Zukunftsoptimismus unter dem Eindruck der globalen Krisen leidet. Es herrsche eine seltene Mischung aus Zufriedenheit und Skepsis mit der die Deutschen ins neue Jahr gehen, so die Demoskopen. Befürchtungen und Ängste werden stärker, die Risikoeinschätzung hat sich verändert. Wesentlicher Auslöser, so das Allensbacher Institut, waren die Flüchtlingswelle 2015 und der vorübergehende Kontrollverlust an den Außengrenzen. Die Besorgnis über die Flüchtlingssituation hat sich teilweise zurückgebildet. Die Mehrheit der Bevölkerung ist jedoch überzeugt, dass sich die Situation nur vorrübergehend beruhigt hat, da die Ursachen der Fluchtbewegungen fortbestehen oder sich sogar noch verstärkten, so zitierte Karl-Eugen Engler die Allensbacher Demoskopen. Dazu kommen die Anschläge in Europa und bei uns! Der Terror ist in Deutschland angekommen und hat, so der Bürgermeister, dort zugeschlagen, wo offene Gesellschaften am verletzlichsten seien, nämlich in den Herzen der Städte: Berlin Gedächtniskirche! Dabei zersetzt der gefühlte staatliche Kontrollverlust zusehends das Vertrauen der Bürger in die Sicherheit des Staates. „Köln - die 2.“ habe diesen Vertrauensverlust wieder ein Stück weit wettgemacht. Dank der konsequenten Vorbereitung und des guten Einsatzes der Polizei konnte eine erneute Eskalation verhindert werden. Karl-Eugen Engler forderte die Politik auf, das Thema „innere Sicherheit“ konsequent aufzugreifen und mit klaren Aussagen und Ansagen zu belegen. Er zeigte sich überzeugt, dass dieses Thema das Wahljahr 2017 ganz wesentlich bestimmen wird.

In wenigen Tagen regiert mit Donald Trump ein neuer Präsident in den USA. Einer, der als „Macher“ und „business men“ die Bühne betritt und eine Haltung und Einstellung an den Tag legt, die im politischen Geschäft neu ist und wenig gemein hat mit Dialogbereitschaft, Kompromissfähigkeit und Demokratieverständnis.

Ein neuer Politikstil wird Einzug halten, so zeigt sich Karl-Eugen Engler gewiss.

Mit 2017 kommt auch auf uns angesichts der Präsidentschaftswahlen in Frankreich und der Bundestagswahlen in Deutschland ein interessantes Jahr zu. Der Rhythmus der Zeit scheint dabei stetig schneller zu werden und die wachsende Vielfalt der Möglichkeiten fordert auf immer neue Weise heraus.

In einem Rückblick auf 2016 hatte Karl-Eugen Engler neben interessanten statistischen Zahlen auch die Geschehnisse in Badenweiler in Bildern parat. Viele zumeist schöne Ereignisse hätten den Jahresverlauf geprägt. Jetzt freut er sich auf 2017 und zahlreiche neue Projekte. Mit der Umbaumaßnahme „Palais“ wird in den nächsten Wochen das über 20 Mio Euro schwere, im Rahmen der neuen Finanzierungsvereinbarung verhandelte Investitionspaket des Landes beginnen. Noch im Frühjahr soll der städtebauliche Wettbewerb bzgl. der Saunaerweiterung und Thermenentwicklung mit Anbindung Kaiserstraße, Schlossplatz auf den Weg gebracht werden.  Der städtebauliche Vertrag zum Projekt „Haus am Marktplatz“ ist unterzeichnet. Der Bürgermeister dankte dem Investor für das Vertrauen und freute sich  auf die Realisierung und die damit verbundene Aufwertung des östlichen Bereiches der Luisenstraße. Weiter wird in 2017 das neue Flüchtlingswohnheim bezogen, der Umbau des Kindergartens in Oberweiler fertiggestellt, die Räumlichkeiten in Schweighof erweitert und vieles andere mehr. Wenn auch die finanziellen Spielräume deutlich enger werden, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt, dass die Gemeinde nach wie vor alle Aufgaben auf Basis eines solide finanzierten Haushaltes erfüllen kann.

Zum Abschluss ermunterte Karl-Eugen Engler, mit Zuversicht ins Neue Jahr zu blicken und nicht zuzulassen, dass Ängste und Befürchtungen das Handeln bestimmten. Neben einem gesunden Maß an Optimismus und Risikobereitschaft forderte er auch ein, nicht nur verantwortlich mit unserem System bzw. der Demokratie umzugehen sondern auch den Mut zu finden, Menschen, die dies nicht respektieren oder akzeptieren wollen, in Schranken zu weisen. Abschließend dankte der Bürgermeister allen für das „gute Gefühl – Badenweiler“, das ihm Sinn und Richtung gibt und wünschte der ganzen Bevölkerung ein gesundes und glückliches Neues Jahr 2017!

Die musikalische Umrahmung des Empfanges gestalteten unter großem Applaus der Gäste die Akkordeon-Spielgemeinschaft  Auggen-Lipburg, der Gemischte Chor Schweighof und die Trachtenkapelle Badenweiler. Herzlichen Dank!