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Furcht und Heldentum - Stephen Crane und der amerikanische Bürgerkrieg

Bild:  Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck, Literaturwissenschaftler und Mitglied der Stephen Crane-Society

Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck, (Univ. Freiburg), ist als Literaturwissenschaftler und Mitglied der Stephen Crane-Society einer der besten Kenner des Werkes des nordamerikanischen Schriftstellers, Dichters und Journalisten Stephen Crane (1871-1900). 
  
 Crane, der vor 112 Jahren in Badenweiler an TBC verstarb, hatte mit dem Roman „The Red Badge of Courage“ (Die rote Tapferkeitsmedaille) nicht nur eines der eindrucksvollsten Bücher über den amerikanischen Bürgerkrieg geschrieben, sondern auch zugleich seinen erfolgreichsten Roman, welcher der modernen amerikanischen Literatur den Weg wies.  
  
 Diese Romanfiktion, die 1894/95 in mehreren erheblich voneinander abweichenden Fassungen veröffentlicht wurde,  führte Crane zu einem neuen, für ihn existentiell werdenden Lebensthema, dem Krieg. Erstmals werden ohne romantische und nationalpathetische Verbrämungen die Irrationalismen, die Furcht und  das Heldentum der Soldaten  mit einer psychologischen Glaubwürdigkeit geschildert, die sogar Veteranen des Bürgerkriegs glauben machte, einen Augenzeugenbericht zu lesen.  
  
 Das Thema des amerikanischen „Civil War“ wurde von Hochbruck auch aus aktuellem Anlass gewählt. 
 Trat doch der amerikanische Bürgerkrieg vor 150 Jahren in seine „heiße Phase“ ein, in der die Unionsstaaten im Norden der USA massiv gegen die  abgefallenen Sezessionsstaaten des Südens aufrüsteten, welche neben ihrer Unabhängigkeit auch die Sklavenhaltung  verteidigen wollten. 
 Die Folge dieses bis 1865 geführten Krieges waren die blutigsten Kampfhandlungen, die je auf amerikanischen Boden stattfanden. Die im industriellen Maßstab betriebene Kriegsproduktion führte dabei ebenso wie  der konsequente Einsatz schneller Eisenbahntransporte zu einer neuen Dimension der Kriegsführung
  
 Prof. Hochbruck, der kürzlich von einem Forschungssemester in den USA zurückgekehrt ist und auch mit der amerikanischen Tradition der „Civil War-reenactments“, der historischen Nachstellung von Schlachten, vertraut ist, stellte mit Cranes  Roman diese entscheidende  Phase der nordamerikanischen Geschichte vor.
  
 Die Universität Freiburg und das Heilbad Badenweiler verleihen seit 2007 gemeinsam alle zwei Jahre in der zeitlichen Nähe zu Cranes Geburtstag am 1. November den „Stephen Crane-Forschungspreis für nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft“.  
 Die vergabefreien Zwischenjahre sind jeweils einem Vortrag zur nordamerikanischen Literatur und Kultur vorbehalten.
 Moderation: Heinz Setzer, Leiter des Literarischen Museums „Tschechow-Salon“ Badenweiler.