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05.02.2010; 150. Geburtstag Anton Tschechow’s im südrussischen Taganrog gefeiert

Badenweiler Delegation wohlbehalten zurückgekehrt, auch der russische Präsident Dimitry Medvedev war zu Gast
v.re. n. li: die Badenweiler Delegation am Tschechow Denkmal, Rolf Siegismund, Elisabeth Hartmann, Buergemeister Karl-Eugen Engler, Oberbuergermeister Nikolai Fedjanin und Dorothea Diringer.

Tief beeindruckt von der russischen Gastfreundschaft, vor allem aber vom enorm hohen Stellenwert, den der russische Schriftsteller Anton Tschechow in seinem Heimatland  genießt, kehrte dieser Tage die Delegation aus Badenweiler wieder in die badische Heimat zurück. Auf Einladung der Geburtstadt Tschechows, dem ca. 300.000 Einwohner großen südrussischen Taganrog waren Bürgermeister Karl-Eugen Engler, Gemeinderätin Dorothea Diringer, Hotelier Rolf Siegismund und Dolmetscherin Elisabeth Hartmann in die 4000 Kilometer entfernte, am Asowschen Meer gelegene Stadt aufgebrochen, um mit den russischen Freunden den 150. Geburtstag des im Jahr 1904 in Badenweiler verstorbenen Schriftsteller zu feiern . Nach einer abenteuerlichen Anreise, bei der Landung auf dem Flughafen der tief eingeschneiten Bezirktshauptstadt Rostov am Don zeigte das Thermometer – 23 °Celsius, stand der Bus bereits zur Abholung der Gäste aus Badenweiler bereit. Auf gings zur Fahrt in ca 80 Kilometer entfernte Taganrog. Kaum gestartet war auch schon wieder ein Halt angesagt, die Lichtmaschine war defekt. Wenn auch ein bischen verfroren und ziemlich erschöpft, kamen die Reisenden dann glücklich gegen 4 Uhr morgens im Hotel an. Zeit zum Ausruhen blieb aber nicht viel, denn schon um 9.00 Uhr begann das offizielle Programm. Bestimmt an die 2000 Menschen kamen am 29. Januar 2010, dem 150. Geburtstag Tschechows, früh morgens auf dem Platz des „großen Tschechow Denkmals“ mitten in Taganrog zusammen, um dem großen Schriftsteller die Ehre zu erweisen. Trotz Schneefalls und eisigstem Wetter wurden Unmengen an Blumen am Denkmal niedergelegt, viele Schulkinder trugen Zweige von blühenden Kirschbäumen und Gruppen traten in Kostümen des 19. Jahrhunderts auf. Neben der deutschen Delegation unter Leitung von Bürgermeister Engler begrüßte der Taganroger Oberbürgermeister Nikolay Fedjanin zahlreiche Künstler und Theaterleute, darunter auch den deutschen Regisseur Peter Stein, sowie Schauspieler und Literaten aus vielen Ländern.

Auch hohe Gäste aus der Politik und Wirtschaft wurden willkommen geheißen. So begrüßte der Oberbürgermeister besonders die Generalkonsule der Ukraine und Rumäniens, sowie die Repräsentanten der Partnerstädte und der russischen Duma. Nikolay Fedjanin bekräftige in seiner Ansprache die Bedeutung Tschechows für Taganrog sowohl als einen der herausragendsten Schriftsteller Russlands, als auch als besonderen Menschen, der sich bis zu seinem Ableben sehr für seine Geburtsstadt engagiert habe. Mit großer Spannung wurde dann die Ankunft des russischen Präsidenten Dimitry Medvedev erwartet. In seiner Rede betonte der Präsident, dass Anton Tschechow nicht nur sein Lieblingsschriftsteller sei, sondern er darüber hinaus auch eine besondere Bedeutung für ganz Russland habe, die mit dem heutigen Tag und der Anwesenheit so zahlreicher Gäste aus dem In- und Ausland eine besondere Würdigung findet.

Nachdem der Präsident einen Strauß weißer Rosen am Denkmal niedergelegt hatte stand auf einer dichtgedrängten Tagesordnung ein umfangreiches Besichtigungs- und Eröffnungsprogramm. So wurde im Literarischen Tschechow-Museum der Stadt die Literaturausstellung „Tschechow und die Welt“ eröffnet. Die Skulptur „Tschechow im Futteral“ beim Tschechow-Gymnasium wurde enthüllt, sowie Blumen am Geburtshaus des Schriftstellers niedergelegt. Am Nachmittag fand dann die Eröffnung der neuen zentralen Städtischen Tschechow Bibliothek statt. Festlich wurde es dann am Abend, als im Beisein vieler Ehrengäste das Taganroger dramatische Tschechow Theater die Inszenierung „alles beginnt in der Kindheit“ aufführte. Beim anschließenden Empfang freute sich Bürgermeister Engler und die Badenweiler Delegation über ein Wiedersehen mit vielen Gästen, die schon im Heilbad zu Besuch waren, wie ua mit Erzbischof Panteleimon sowie Ministerpräsident Tschub und Vizegouverneur Bedrik aus Rostov. Am darauffolgenden Tag standen im Rahmen eines Tages der offenen Tür die Besichtigung verschiedener Museen, Filmaufführungen sowie das Schauspiel des kleinen Theaters aus Moskau mit dem  Tschechow Stück „der Waldschrat“ auf dem Programm. Überaus herzlich und freundschaftlich war am Ende der Feierlichkeiten aus Anlass des 150. Geburtstages Tschechows die Verabschiedung aus Taganrog, besonders von Oberbürgermeister Fedjanin und dessen Frau Swetlana. Dann hieß es zurück in die Millionenstadt Rostov am Don, wo unter Organisation von Anatoli Saretzko von der Fernsehgesellschaft tele x eine große Pressekonferenz stattfand. Mit vielen positiven Eindrücken kehrte tags darauf die Delegation wieder wohlbehalten nach Badenweiler zurück. Eine beeindruckende Reise, die viele neue Impulse in der Vertiefung der deutsch-russischen Freundschaft liefern, aber auch neue Erkenntnisse in der Tschechow-Gedenkpflege bringen wird, ging damit zu Ende.

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