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„Volles Kurhaus“ beim 20. Neujahrsempfang der Gemeinde

Am vergangenen Sonntag fand im Kurhaus der diesjährige Neujahrsempfang statt, zu dem Bürgermeister Karl-Eugen Engler Gäste und Einwohner Badenweilers geladen hatte. Als besondere Ehrengäste konnte der Bürgermeister unter den über 400 anwesenden Personen Amtskollegen Franck Perry und seinen Vorgänger im Amt, den Abgeordneten der französischen Nationalversammlung Jean-Jacques Gaultier aus der Partnerstadt Vittel begrüßen. Bürgermeister Engler übergab zu Beginn der Veranstaltung das Wort an seinen Amtskollegen Herrn Perry. Dieser überbrachte die herzlichsten Neujahrswünsche der Partnerstadt Vittel an die Gäste und Einwohner Badenweilers und bekräftigte die enge Verbundenheit und Freundschaft der Partnerschaft.

Ein herzliches Willkommen sprach Bürgermeister Engler Herrn Brigadegeneral Boyard, Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim aus. Musikalisch umrahmten die Lipburger Handörgler der Akkordeon-Spielgemeinschaft Auggen-Lipburg, der Gemischte Chor Schweighof und die Trachtenkapelle Badenweiler den Empfang. Einen besonderen Dank richtete der Bürgermeister an alle, die sich in den Vereinen, Kirchen, der Gemeinde oder sozialen Organisationen das Jahr über ehrenamtlich engagieren. Dabei dankte er auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BTT und der Gemeindeverwaltung für die Organisation des Empfanges. Die Rathausmannschaft war – wie in jedem Jahr - für den Service beim Empfang zuständig.

In seiner Rede erinnerte Karl-Eugen Engler mit zahlreichen Bildern an Geschehnisse des vergangenen Jahres. Für ihn selbst sei 2018 ein Jahr gewesen, das gefühlt mehr Turbulenzen als Stabilität gebracht habe. Der Bürgermeister äußerte sich dabei besorgt, wie die Gesellschaft auseinanderdrifte und die politische Kultur verrohe. Aber nicht nur dieses: auch der Umgang mit- und untereinander, Stil, Respekt und Anstand seien immer mehr „Fremdworte“. Dieses erlebten auch in Badenweiler sowohl seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch er persönlich leider immer öfter. 

Viele Menschen würden sich im eigenen Land „heimatverloren“ fühlen, so Karl-Eugen Engler weiter, weil sie vor Widersprüchlichkeiten stehen, die ihnen so einfach niemand erklären könne. So gehe es, wenn man sich mit dem Thema der „Zufriedenheit“ der Bevölkerung oder des Einzelnen auseinandersetze es meist gar nicht um die „großen Fragen der Menschheit“. Es gehe um die kleinen Dinge, um individuelle Empfindungen, um die eigene Existenz. Lösungsansätze seien mehr Offenheit, mehr Toleranz und das konzentrierte, saubere politische abarbeiten der Fragen, auf die die Menschen Antworten wollen. Die Politik müsse den Menschen Sorgen und Ängste nehmen und nicht umgekehrt, ihnen noch welche machen.

Mit dem Blick auf eine aktuelle Umfragestudie des BAT Freizeitforschungsinstitutes, auf welche Fragen des Lebens die Bürgerinnen und Bürger gerne Antworten hätten, ging der Bürgermeister auf kurz auf deren Ergebnisse ein. Das größte Interesse der Menschen bestehe an der eigenen Zukunft. Mehr als alles andere interessieren sich die Bürger für die Altersversorgung, eine große Rolle in jeder Lebensphase spielen auch die globalen Themen „Kriege und Konflikte“ sowie „Nachhaltigkeit und Umweltschutz“. Mit Abstand am wenigsten interessierte die Bürger die Frage, wie sie selbst zu besseren Menschen werden können.

Weiter führte er aus, dass Badenweiler eine wunderbare Gemeinde mit sehr hoher Lebensqualität sei, aber man eben nicht auf einer „Insel der Glückseeligen“ lebe! Zahlreiche Veränderungen von außen würden auf die Gemeinde einwirken, die man oft gar nicht beeinflussen könne. Aber man dürfe bei all dem den Standort Badenweiler nicht noch schlecht reden, Ängste schüren und Untergangsstimmung verbreiten. Der Wandel müsse gemeinsam angenommen und als Chance begriffen werden. Gemeinsam gelte es, die richtigen Antworten zu finden. In gegenseitigem Vertrauen müsse man sich neu definieren und zukunftsfähig aufstellen.

Auch auf die im 1. Halbjahr anstehenden Wahlen ging der Bürgermeister ein. Im Mai finden Kommunal- und Europawahlen statt. Gemeinderat und Ortschafträte werden neu gewählt. Mit der Aufforderung an die Bürgerinnen und Bürger sich als Kandidat/in für den Gemeinderat oder Ortschaftsrat aufstellen zu lassen und vom Wahlrecht 2019  Gebrauch zu machen ermutigte Engler die Anwesenden, sich einzubringen, wenn es gelte tragfähige Antworten für die Zukunft zu finden und kommunalpolitisch aktiv Badenweiler und das unmittelbare Lebens-und Wohnumfeld,  mitzugestalten.

Abschließend hielt er fest, dass es „Zufriedenheit“ nur geben könne, wenn man nicht ständig neidet, hetzt und jagt, sondern in positivem unvoreingenommenem Sinne mit- und füreinander da ist. Dann ist „Zufriedenheit“ ein wunderbares Gefühl, vermittelt Nähe und Wärme, Geborgenheit und Glück. Mit den Zeilen zum „Glück“ von Herman Hesse wünschte Engler allen Anwesenden ein frohes, friedliches, erfolgreiches und gesundes Jahr 2019!

Im Anschluss nutzen die zahlreich anwesenden Gäste die Gelegenheit, Neujahrswünsche auszutauschen, Gespräche zu führen und so miteinander und untereinander im Gespräch zu bleiben.

Bildunterschrift: v.l.n.r.: 1. Bürgermeister-Stellvertreter Hans-Dieter Paul, Bürgermeister der Stadt Vittel Franck Perry, Bürgermeister Karl-Eugen Engler, Abgeordneter der französischen Nationalversammlung Jean-Jacques Gaultier, Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade, Brigadegeneral Herrn Boyard und Geschäftsführer der Badenweiler Thermen u. Touristik GmbH Herr Alexander Horr.