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Das Literaturmuseum Badenweiler erhält Bundesmittel für fremdsprachige Museumsbroschüren

Es bedeutet eine besondere Anerkennung des Literaturmuseums Badenweiler „Tschechow-Salon“, dass es bei dem gerade zur Jahresmitte aufgelegten literarischen Förderprogramm des Bundes, „Kultur im ländlichen Raum“, dessen Vergabe dem deutschen Dachverband „Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten“ (ALG) in Berlin übertragen wurde, von Anfang an in die engere Wahl gezogen wurde. Bereits zwei Mal hat die ALG Projekte des „Tschechow-Salons“ und der mit ihm kooperierenden Deutschen Tschechow-Gesellschaft gefördert, wodurch offenbar auch Vertrauen erwachsen war, dem Museum im Eilverfahren ein sinnvolles Förderprojekt zuzutrauen. Denn wenn üblicherweise zuerst eine Projektidee entwickelt und anschließend dazu die Finanzierung gesucht wird, war es hier umgekehrt. Es gab eine sehr kurze Antragstellungsfrist bis zum 31.07.2019, die mit der Auflage verbunden war, ein Projekt einzureichen, das bis zum Jahresende bewältigt und abgeschlossen werden könne. Das internationale Netzwerk des Badenweilerer Museums, das von den USA bis Russland reicht, hatte bisher schon mehrmals auch in Berlin Aufmerksamkeit und Unterstützungsbereitschaft bewirkt, so auch jetzt. Museumsleiter Heinz Setzer hätte zwar gerne einen Film über das literarische Badenweiler drehen lassen, doch dazu wäre der Projektzeitraum zu kurz gewesen. Doch hatte er noch ein weiteres Wunschprojekt in petto, das auch fristgerecht eingereicht wurde und wozu die Drittmittel in der beantragten Höhe von 5.625 € bewilligt wurden: die Entwicklung und der Druck von Museumsbroschüren in vier Sprachen: jeweils in Deutsch, Russisch, Englisch und Französisch.

Die Begründung hatte offenbar überzeugt:

Da die Ausstellungsfläche des Museums sehr beschränkt ist und die schriftlichen Kommentare zu Autoren wie Exponaten nicht nur extrem kurz gehalten werden mussten, sondern zudem auch nur in Deutsch vorliegen, war es ein häufig beklagtes Defizit der Präsentation, dass keine fremdsprachigen Erläuterungen vorlagen.

Nun sollen bei den geplanten je 32 Seiten starken Broschüren nicht nur die vier Sprachen berücksichtigt werden, sondern auch kulturhistorische Hintergründe und Anekdoten mit einfließen, was bisher nur ansatzweise möglich war. Zudem hat das Museum, etwa durch den russischen Theatertheoretiker und Regisseur Konstantin Stanislawski und den russisch-jüdischen Schriftsteller Scholem Alejchem in den letzten vier Jahren inhaltliche Erweiterungen erfahren, die bisher nicht berücksichtigt werden konnten. Alle 27 Autor*innen des Museums sollen in den Broschüren, wenn auch mit unterschiedlichem Umfang, berücksichtigt werden. Die Broschüren im handlichen Flyerlängsformat sollen im Museum ausgelegt und für eine in eine Kasse zu werfende Schutzgebühr erworben werden können.

Heinz Setzer